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Wildkräuterwiesen

Ein paar Wiesen auf Kaltehofe sehen fast so aus, als wären sie beim Rasenmähen vergessen worden. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Diese Wiesen haben eine besondere Funktion – sie schaffen Platz für möglichst viele Wildkräuter und Blühpflanzen.

Die Wasserkunst und Hamburg Wasser unterstützen damit das Projekt „Aurora – Stadt der Schmetterlinge“ des NABU Hamburg. Ziel des Projekts ist die Schaffung von Lebensräumen für Schmetterlinge. Für Kaltehofe wurde ein Konzept entwickelt, das bestimmt, welche Flächen zum Schutz der Schmetterlinge dienen und welche Wiesen weiter von Besucherinnen und Besuchern als Liege- und Spielflächen genutzt werden können.

Die Mahd – das Mähen der Wiesen – wird an den Lebensrhythmus und die Bedürfnisse der Schmetterlinge angepasst. Das Ziel: Das Wachstum nektarreicher Kräuter fördern, die die Lebensgrundlage der Falter sind. Die spezielle Mahd setzt etwas oberhalb des Bodens an, um die dort lebenden Tiere zu schonen. Nach kurzer Zeit wird alles, was abgemäht wurde, von den Wiesen entfernt. Die Nährstoffe, die die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben, gehen so nicht wieder in den Boden zurück.

Denn die Böden haben heutzutage oft zu viele Nährstoffe – mit der Folge, dass solche Pflanzen sich am schnellsten vermehren, die andere Pflanzen verdrängen. Dazu gehören zum Beispiel Kräuter, die Schmetterlingen Nahrung und Möglichkeit für die Eiablage bieten.

Doch auch andere Insekten profitieren vom Angebot nektarreicher Pflanzen. Auf Kaltehofe gibt es sowohl Honig- als auch Wildbienen. Auch wenn die Wildbiene keinen Honig produziert, braucht sie doch den Blütennektar zum Überleben.

Wild- und Honigbienen sind also Konkurrenten um den Nektar. Damit sie friedlich nebeneinander leben können, braucht es ein ausreichendes Angebot. Mit den Wildkräuterwiesen steuert die Wasserkunst einen Teil dazu bei. So können sich Schmetterlinge und Bienen auf Kaltehofe zum Beispiel über Pflanzen wie Klee, Disteln und Schafgabe freuen.

Auf dem eigenen Balkon oder im Garten können sehr gut Wildkräutersamen für Insekten gesät werden. Wichtig ist dabei, dass es sich um heimische Arten wie zum Beispiel Ringelblumen handelt. Nicht einheimische Arten können einheimische Arten verdrängen – diese haben aber oftmals einen höheren Nutzen für das heimische Ökosystem.

Übrigens: Wildkräuter sind nicht nur für Tiere gut, sondern auch für Menschen! Brennnessel und Johanniskraut enthalten viele wertvolle Mineralien und können zum Beispiel als Teekraut verwendet werden.