Wasserkunst in Skizzen | Ein Projekt von Esra Sahin

Im September 2011 wurde die Wasserkunst eröffnet. Im Zuge des 10-jährigen Jubiläums in diesem Jahr gibt es verschiedene Aktionen und besondere Programme.

Ein Projekt wurde von der diesjährigen FÖJlerin (Freiwilliges Ökologisches Jahr), Esra Sahin, entwickelt. Dabei werden wichtige geschichtliche und sonstige Ereignisse, die Kaltehofe betreffen, skizzenhaft dargestellt. Dieses Projekt dient dazu, noch einmal an vergangene und aktuelle Ereignisse zu erinnern und die spannende Geschichte der Elbinsel darzustellen, die sich bis heute fortsetzt.

 

Die Skizzen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur nach Rücksprache genutzt werden.

Für alle Skizzen gilt: © Esra Sahin

1. Sturmflut 1962

In der Nacht vom 16. zum 17. Februar erreichte eine Sturmflut Hamburg, die als zerstörerische Katastrophe in die Geschichte der Stadt einging. Insgesamt starben in Hamburg 315 Menschen, weitere 20.000 mussten evakuiert werden, da ein Sechstel des damaligen Stadtgebietes überschwemmt wurde. 6.000 Gebäude wurden zerstört. Bei der Rettung der Menschen gab es zunächst Schwierigkeiten, man war sich nicht sicher, wie mit der Situation umgegangen werden sollte. Erste Rettungsmaßnahmen waren nur durch Boote oder Hubschrauber möglich. Es wurde versucht eingeschlossene Menschen zu retten oder mit Essen zu versorgen, Opfer zu bergen, Seuchenausbrüche zu verhindern und provisorisch wieder Verbindung mit dem Hamburger Süden herzustellen.

Das offizielle Ende des Katastropheneinsatzes war am 10. März 1962. Bereits am 26. Februar gab es auf dem Rathausmarkt eine Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer. Die Verstorbenen waren zumeist im Schlaf von der Sturmflut überrascht worden und die Katastrophe wurde zunächst als unvorhersehbarer Schicksalsschlag dargestellt. Versäumnisse in Wartung und Ausbau der Deiche wurden nicht erwähnt, obwohl diese der Grund waren, warum so viele Deiche in der Nacht der Sturmflut brachen.

Auch das Wasserwerk Kaltehofe wurde überschwemmt, die Versorgung aus dem Werk musste eingestellt werden. Ab dem 26. Februar 1962 konnte ein Teilbetrieb wieder geleistet werden.

Skizze: © Esra Sahin

2. Weltwassertag

Was passiert, wenn es kein Wasser (mehr) gibt? Im zweiten Teil des Projekts "Wasserkunst in Skizzen" geht es um den Weltwassertag 2021.

Wie in der Skizze zu sehen ist, ist Wasser entscheidend für das Gelände der Wasserkunst. Zum Glück sieht es auf Kaltehofe aus wie auf der linken Seite, nicht wie auf der rechten. Doch in vielen Gebieten gibt es immer weniger Wasser oder es ist nicht frei verfügbar. Deswegen findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag statt. Der Zweck dieses Tages liegt darin, die UN-Mitgliedsstaaten an die gesetzten Ziele in Sachen Wasserversorgung zu erinnern und konkrete Aktionen zu ermutigen. Auch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung soll auf diese Ziele gerichtet werden. Dieses Jahr lautet das Motto des Weltwassertags „Wert des Wassers“.

Um Wasser wirklich zu würdigen, müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass 97 % allen Wassers auf der Erde Salzwasser ist. Nur 0,3 % des weltweiten Wasservorkommens ist als Trinkwasser nutzbar. In Deutschland haben wir zum Glück Zugang zu diesem, doch auf der Welt gibt es über 2,1 Milliarden Menschen, die keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser haben. Besonders stark zeigt sich dieses Problem in Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Durch die fehlende Versorgung mit sauberem Trinkwasser verbreiten sich eigentlich vermeidbare Krankheiten. Jährlich sterben über 500 Millionen Menschen an durch unsauberes Trinkwasser verursachte Krankheiten.

Doch obwohl Wasser so wichtig ist, steigt die Wasserknappheit immer weiter an. Dies liegt unter anderem an einer Übernutzung der Wasserressourcen, an dem Bevölkerungswachstum, der globalen Erwärmung und der Wasserverschmutzung. Daher sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist und sorgsam mit unserer wichtigsten Ressource umgehen.

In den Führungen und Programmen informiert die Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe genau zu diesen Themen. Die Stärkung des Bewusstseins für die Bedeutung der Trinkwasserversorgung ist wichtiger Teil des Stiftungszwecks.

Skizze: © Esra Sahin

3. Der Große Brand

Der Große Brand 1842 änderte das Stadtbild Hamburgs grundlegend. Der dritte Teil der Serie „Wasserkunst in Skizzen“ behandelt die stadthistorische Katastrophe und ihre Folgen.

Am 05. Mai 1842 brach gegen ein Uhr nachts in der Deichstraße am Nikolaifleet ein Feuer aus. Trotz eines schnellen Eintreffens der damaligen Feuerwehr konnte eine Ausbreitung nicht mehr verhindert werden. Verschlimmert wurde die Situation durch die mangelhafte Versorgung mit Löschwasser, einer vorangegangene Trockenheit und anhaltende Winde, die dafür sorgten, dass das Feuer schneller um sich griff. Erst nach der Zerstörung eines Großteils des Nikolaiviertels, wurde die Sprengung des alten Rathauses genehmigt, um das Fortschreiten des Feuers zu verhindern. Aber Sprengungen konnten die Katastrophe nicht mehr aufhalten. In dem Brand, der bis zum 08. Mai 1842 andauerte, wurde ein Viertel des damaligen Stadtgebietes verwüstet. Es gab 51 Tote, ca. 20.000 Obdachlose, zerstört wurden ungefähr 1.700 Häuser, 102 Speicher, drei Kirchen, das Rathaus, die Bank und das Archiv.

Nach dieser Zerstörung beschloss man die Gelegenheit zu nutzen, um das innere Stadtbild beim Wiederaufbau neu zu gestalten und die Infrastruktur zu modernisieren. Die Planungen begannen unter der Leitung von William Lindley bereits im Mai 1842.

Die mangelnde Versorgung mit Löschwasser lag daran, dass die für die Wasserversorgung zuständigen Wasserkünste an Alster und Elbe viel zu wenig Feuerhydranten betrieben. Durch diesen Vorfall auf die Schwächen der Wasserversorgung aufmerksam gemacht, wurde Lindley mit dem Entwurf einer zentralen städtischen „Stadtwasserkunst“ beauftragt. Der Standort für die neue Wasserkunst war ein Gelände an der Billwerder Bucht. Im Jahr 1848 wurde der Bau nach vierjähriger Arbeit beendet. Das Elbwasser wurde zuerst in Auffangbecken gelagert und nach 24 Stunden in den heute noch erhaltenen, markanten Wasserturm in Rothenburgsort weiterbefördert. Von da aus wurde es durch ein Fallrohr in das Leitungssystem gegeben und in der ganzen Stadt verteilt.

Skizze: © Esra Sahin

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